TEXT: Frust

Frust

Ein flüchtiger Kuss, dann bückst du dich.

Du bindest deine  Schuhe auf, schlüpfst heraus. Entspannung im Gesicht.
Deine Zehen sind befreit.
 
Dann gehst du. Ins Schlafzimmer. Die Schuhe lässt du stehen. Unordentlich.
Es macht dir nichts.
Du ziehst dich aus. Das Sakko, das Hemd, den Gürtel, die Hose.
Socken und Shorts lässt du an – bis zur Dusche.

Du erzählst. Deine Stimme klingt glücklich, deine Worte höre ich nicht.
Es ist dir egal.
Das Wasser prasselt. Du hörst dich.

In der Küche höre ich nichts.
Kein Wasser, keine Worte, keine Stimme.

Du kommst.

Ich serviere dein Essen. Auf weißen Tellern.
Links eine Serviette, rechts Besteck.
Vor dir eine Kerze. Zwischen uns.

Ich und Du. Wir sitzen einander gegenüber.
Ein dunkelblaues Sommerkleid, Rouge, Parfum. T-Shirt, Pyjamahose, ungekämmtes Haar.

Guten Appetit.

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